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Wagner Verlag © ist eine eingetragene Marke



ISBN: 978-3-86279-201-6

Größe: 13 x 20 cm
135 Seiten

Gewicht: 182 Gramm

Preis: 8,90
inkl. MwSt


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Anke Wichmann - Autor/in


Gringos Reise zu den Sternen

 


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Presse




Ostsee-Zeitung
Von Ines Sommer
vom 28.03.2012

Feuertaufe auf der Messe

Autorin Anke Wichmann während des Leipziger Buchmarktes sehr gefragt.




Grün Kordshagen/Leipzig - „Ich bin total überwältigt von den Eindrücken auf dieser Buchmesse in Leipzig. Ich habe zum ersten Mal ei-ne solche Veranstaltung erlebt, und es war einfach nur toll”, schwärmt Anke Wichmann.
Die Grün Kordshägerin war in den Präsentationen eines kleinen Verlages mit ihrem Buch „Gringos Reise zu den Sternen” zu finden - überglücklich, es so weit geschafft zu haben.
Sie habe so viele Leute getroffen, Lesungen besucht, sich mit Schriftstellern ausgetauscht. „Und an unserem Stand war auch viel los. Viele haben mich auf mein Büchlein angesprochen, wollten noch mehr wissen. Und ich habe auch daraus zitiert. Das Interesse der Menschen war einfach riesig. Ich muss sagen, ich bin total happy nach Hause gefahren.”
In dem Buch beschreibt die 64-Jährige, die seit ein paar Jahren in Grün Kordshagen lebt, wie sie ihren Mann Jörg Dreisörner pflegt, ihm Kraft gibt. Doch sie verschweigt auch nicht die schrecklichen Momente, nämlich die, in denen sie rausläuft, sich auf ihre Parkbark setzt oder in die Küche und weint - um wieder Kraft zu schöpfen für die tägliche Aufgaben-Mühle.
„Ich bin nach Jörgs Tod in ein so tiefes Loch gefallen. Ich musste mir das alles einfach von der Seele schreiben. Und dass meine Zeilen bei anderen so gut ankommen, weil sie sie nachempfinden können, macht mich natürlich total glücklich. Und diese ganzen positiven Resonanzen bauen mich auf. Sie ge-ben mir Kraft, meinen neuen Weg zu finden”, sagt Anke Wichmann.
Und ihr neuer Weg ist der einer Künstlerin und Autorin. „Ich male wieder” , gesteht sie. Ein Hobby, für das sie zuletzt wenig Zeit und Muße hatte. „Und ich möchte auf jeden Fall weiterschreiben. Jörg hat mir ja viele Tagebücher hinterlassen. Und außerdem möchte ich auch mal mein eigenes Leben beleuchten. Das war nämlich auch nicht ganz ohne”, sagt die Frau, die übrigens auch bei „Alte Profis” zu finden ist und dort ihre Fähigkeiten als Tiertherapeutin anbietet. „In mir steckt so viel Kreativität, und die muss raus, sonst wird man ja verrückt.”
Nein, sagt Anke Wichmann, sie sei nicht mehr verzweifelt. „Am An-fang konnte ich gar nicht klar denken. Ich wollte bloß meinen Jörg zu-rück, denn er war meine große Liebe und ich seine. Mittlerweile sehe ich nach vorn - mit Jörg im Kopf, aber dabei muss ich nicht mehr immer nur traurig sein.”






tcboyle.de
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vom 12.03.2012

Anke Wichmann: Gringos Reise zu den Sternen



Ich setze mich für einen Moment in die Küche, weine ein bisschen und rauche eine American Spirit gelb, um meine Nerven zu beruhigen – das sagen Raucher übrigens immer. Seitdem Jörg nur noch ganz leise sprechen kann, horche ich immer auf das Klingeln der Glocke, die ich ihm an den so genannten Bettgalgen gehängt habe.

Es ist schwierig für einen inkomplett gelähmten Menschen, seine Befindlichkeit zu beschreiben. Im Gegensatz zu einem komplett Gelähmten, bei dem es kein konkretes Gefühl, also auch keinen direkten Schmerz in den gelähmten Körperteilen gibt, erlebt der inkomplett Gelähmte die ganze breite Palette körperlicher Empfindungen, vom leichten Wärmegefühl bis zum fiesesten Krampf, vielleicht sogar stärker, weil die Wahrnehmung eine extrem andere Qualität hat. Ich kann das alles nur ahnen und darf trotzdem kein Mitleid zeigen. Oder? Oh, er klingelt.

»Liebling, wie wär’s mit’m Hit?«

Er zwinkert mir verschwörerisch zu, der alte Schlawiner.

Jörg »Jorgedee« Dreisörner war ein guter Freund unserer Website www.tcboyle.de. 2004 hatte ich ihn über das Forum von T.C. Boyles Homepage kennengelernt. Er war danach auch in unserem deutschsprachigen Forum zu Gast, schickte mir interessante E-Mails, später auch prachtvolle Bildbände und Toncollagen. Zudem beteiligte er sich mit stilistisch einzigartigen Short Storys an unseren Schreibwettbewerben.

Dass hinter diesen Kunstwerken und Geschichten eine äußerst faszinierende Persönlichkeit mit einer nicht weniger faszinierenden Vergangenheit steckte, ließ sich schnell erahnen. Doch Genaueres wusste ich nicht. Zum Beispiel, dass er lange Zeit ein Aussteiger-Leben geführt hatte, auf den Spuren Jack Kerouacs unterwegs war, eines Tages sogar Allan Ginsberg traf und ihm die Weihnachtskekse seiner Mutter anbot.

Oder dass er viele Jahre als Bühnenmaler in New York arbeitete, für bekannte Theaterproduktionen und Studios, für das Native American Theatre Ensemble, Aquarius, Rauschenberg, Lichtenstein und viele andere.

Was mir ebenfalls nicht im Detail bekannt war: Jorgedee hatte im Mai 2003 einen schweren Unfall – mit fatalen Folgen. Bei einer kleinen Zechtour in Berlin war er in einem Café ins Stolpern geraten und eine Treppe hinuntergestürzt. Er schlug auf dem Steinfußboden auf, prallte mit dem Kopf gegen eine Kellertür und blieb schließlich blutend und bewusstlos liegen.

Diagnose: Querschnittlähmung, schlimmer noch Tetraplegie. Das bedeutet, alle Extremitäten, Magen-Darmtrakt, Uro-Genitaltrakt und überhaupt alles unterhalb des Kopfes ist eher mehr als weniger gelähmt.

Was sich bei einer solch niederschmetternden Diagnose wie der schlimmste Albtraum vor einem aufbaut, scheint unüberwindbar: Ein Mensch, der vor Lebensfreude und künstlerischer Produktivität nur so strotzt, ist urplötzlich gefangen in einem fast völlig bewegungsunfähigen Körper, bedarf der Pflege und Betreuung, rund um die Uhr, bei Dingen, die alltäglicher, menschlicher, intimer nicht sein können. Von einer Sekunde auf die nächste ist alles anders. Nicht nur für Jorgedee, auch für seine Frau, die Autorin Anke Wichmann, seine große Liebe.

In ihrem Buch »Gringos Reise zu den Sternen« hat sie ihre Eindrücke, Empfindungen und Erfahrungen niedergeschrieben. Sie kannten sich schon lange, Jörg und Anke, doch es dauerte Jahrzehnte, bis sich ihre Liebe erfüllte. In kurzen Rückblenden erzählt sie, wie sie zueinander fanden.

In der Gegenwart, im Hier und Jetzt, beschreibt Anke die Schwierigkeiten, die sie und Jörg nach dem tragischen Treppensturz zu meistern haben, die Odyssee durch Krankenhäuser und Reha-Kliniken, mit mehr oder weniger einfühlsamen Ärzten, Wunderheilern und Pflegekräften, den Alltag mit Kathetern, Medikamenten, immer neuen Einschränkungen und den Versuchen, dem Leben – trotz allem – möglichst viel Positives abzuringen.

Letzteres gelingt Anke, Jörg und ihren vielen Freunden, die sie unterstützen, auf erstaunliche Weise. Man ist als Leser ebenso beeindruckt wie die Autorin über den Humor und die Gelassenheit, mit der Jörg sein Schicksal annimmt. Zudem definiert sich die Liebe zwischen Jörg und Anke angesichts der außergewöhnlichen Lage völlig neu. Beide sehen und behandeln dies wie ein kostbares Geschenk. Am Ende gelingt es Jörg sogar, wenn auch nur mit Hilfe modernster Technik und unter allergrößten körperlichen Anstrengungen, sich erneut künstlerisch zu betätigen.

Bei aller Tragik des Themas vermittelt »Gringos Reise zu den Sternen« daher ein positives Gefühl. Es ist ein positives Buch, ein wundervoller Erfahrungsbericht, der Mut macht, Mut machen sollte. Nicht nur, was die Lebensumstände von Querschnittgelähmten oder anderen schwerkranken Menschen betrifft, sondern auch in Bezug auf den Tod und darüber hinaus. Jörg Dreisörner verstarb im Sommer 2010. Zu seinem Andenken fand in Nordpommern eine große Finissage statt.

… ein wundervoller Abend für Jörg, alle haben Spaß und wir lachen, singen und tanzen bis in den frühen Morgen. Und Jörg ist allgegenwärtig.





Pressetext
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vom 17.01.2012



Es sind die wilden 70er, als Anke Jörg begegnet und sie sich unwiderruflich und mit Haut und Haaren ineinander verlieben. Beide sind kreative, künstlerische Freigeister, voller Träume, Illusionen und fern vom spießigen Alltag. Beinahe 30 Jahre lang lieben sie sich bedingungslos und entrückt, leben mal miteinander, mal durch einen Ozean getrennt, aber im Herzen stets eins. Als sie schließlich endlich heiraten, scheinen sie angekommen zu sein. Das Leben ist voller Abenteuer und birgt so viel Glück.
Ein Treppensturz, ein unglücklicher, dummer Unfall verändert alles. Jörg, der enthusiastische Künstler, wird von einer Minute auf die andere in eine absolute Bewegungslosigkeit katapultiert. Der Lebenskünstler wird zum Pflegefall. Mit ungebrochenem Lebenswillen und unter größten Anstrengungen gelingt es ihm trotz allem, seine künstlerische Inspiration in skurrilen Bildern und Geschichten zum Ausdruck zu bringen und am Leben mit all seiner Schönheit festzuhalten. Anke bleibt bis zu seinem Tod an seiner Seite, pflegt und hütet ihn, liebt ihn unaufhörlich.
In ihrer autobiografischen Erzählung lässt die Autorin Jahre einer bedingungslosen Liebe Revue passieren. Vergangenheit und Gegenwart werden einander immer wieder gegenüber gestellt. Das Bild des freien, verrückten Mannes, dem die ganze Welt offen steht, bildet einen bestürzenden Kontrast zu desjenigen, der in seinem eigenen Körper gefangen und dem Verfall geweiht ist. Und doch siegt die Freiheit des Geistes über die Lähmung des Körpers. Dies ist nicht die Geschichte eines tragischen Schicksalsschlags, es ist eine Geschichte über Liebe, Spiritualität und intensiver Lebenslust.

Die Autorin:
Anke Wichmann wurde 1947 in Hamburg geboren und betätigte sich viele Jahre als Künstlerin. Durch ihre lange intensive Mitarbeit in der Tierrechtsbewegung wurde sie zur Veganerin und ließ sich zur Tierheilpraktikerin ausbilden. Seit dem Tod ihres Mannes lebt sie in einer alternativen Hofgemeinschaft an der Ostsee und widmet sich ihrer Inspiration.







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